Farbzucht

 

Mein Interesse an den Farbmorphs kam erst mit der Zeit, anfänglich konnte ich mich mit ihnen noch nicht so richtig anfreunden! Eines Tages aber sah ich einen jungen Tangerine Leopardgecko und es war um mich geschehen... so kam es, dass bei mir zunehmend verschiedene Farbmorphs ein neues zu Hause fanden. Insgesamt fasziniert mich aber vor allem auch die Vielfalt der verschiedenen Erscheinungsbilder der Leopardgeckos. Und der Reiz, den die Farbzuchten auf mich ausüben, wird sicher auch stark durch mein Interesse an Genetik beeinflusst!

Seit 2006 befasse ich mich intensiv mit der Zucht von Farbformen. Besonders wichtig ist mir dabei jedoch nicht nur das sorgfältige Auswählen zur Zucht geeigneter Geckos und das heranzüchten von gesunden und kräftigen Jungtieren sondern auch die Information von zukünftigen Haltern. Schliesslich ist mir jedes Jungtier mit seinem ihm eigenen Charakter sehr ans Herz gewachsen und ich möchte die Kleinen an einem guten Plätzchen wissen!

Gerade bei Farbmorphen ist eine überlegte Zucht sehr wichtig, da die Farbformen durch Inzucht über viele Generationen entstanden sind und ursprünglich oft von einem kleinen Zuchtstamm eines einzigen Züchters abstammen! Um diese Inzucht nicht weiter zu aggravieren sind die meisten Züchter sehr darauf bedacht, möglichst Zuchttiere aus verschiedenen Linien miteinander zu verpaaren und regelmässig frisches Blut einzukreuzen. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Auswahl ''perfekter'' Zuchttiere. Das heisst die Tiere dürfen keine Inzuchtmerkmale, die heutzutage schon recht häufig zu sehen sind, aufweisen! Deshalb ist es für einen Käufer, der mit den zukünftigen Tieren evt auch züchten möchte, nicht nur wichtig das Jungtier genau auf solche Merkmale hin zu mustern sondern auch dessen Eltern. Ein unverbindlicher Besuch beim Züchter vor einem Kauf ist darum immer sehr empfehlenswert, damit auch die Zuchttiere genau angeschaut werden können! Ohne all diese Massnahmen einer seriösen Farbzucht ist es schwierig, gesunde und kräftige Jungtiere über mehrere Generationen zu züchten!

Jungtiere die Merkmale aufweisen die durch Inzucht entstanden sein können, dürfen wie schon erwähnt nicht zur Zucht verwendet werden! Strebt man jedoch keine Zucht an, macht die Haltung eines solchen Tieres natürlich genau so viel Spass und unterscheidet sich nicht von der ''perfekter'' Tiere.

Hinweise für Inzucht können sein: Über- oder Unterbiss, verkürzte Schwänze, ''Stummelschwänze'', Augen- bzw. Augenliddeformationen usw. Ob diese Merkmale nun durch Inzucht, durch zu starke Temperaturfluktuationen während der Inkubation, durch (passagere) Minderversorgung der Muttertiere mit Vitaminen/Mineralstoffen oder einfach durch eine fehlerhafte Entwicklung im Ei entstanden sind, kann man im Einzelfall natürlich nie abschliessend klären. Da man Inzucht als Ursache jedoch nicht ausschliessen kann, muss dies als Grund angenommen und die erforderlichen Massnahmen getroffen werden (Ausschluss des Tieres aus der Zucht)!

 

verschiedene Farbformen

...hier wird zur Zeit noch gearbeitet!

Wildtyp
Den in der Natur vorkommenden Tieren ähnlich. Meist Tiere mit gelb-braun-grünlicher Grundfarbe und vielen Punkten. Es gibt aber sehr viele Variationen von Wildtypen. Die Färbung kann dabei auch sehr schwach, fast weisslich, sein oder ein sehr intensives Gelb aufweisen. Es gibt Tiere die verlieren die lavenderfarbigen Bänder schon sehr früh und komplett, andere behalten relativ viel davon. Auch bezüglich der Zeichnung gibt es Unterschiede. Gewisse Tiere weisen sehr viele schwarze Punkte auf, andere wiederum sind eher etwas spärlicher gezeichnet. Die Punkte können aus kleinen Tüpfchen bis zu grossen Flecken bestehen.
 
 

High Yellow (polygenetisch)

stark reduzierte Zeichnung (schwarze Punkte) auf dem Rücken (aber mehr als 10). Oberschenkel der Hinterbeine ohne schwarze Punkte.
Hypo (polygenetisch)
höchstens 10 schwarze Punkte auf dem Rücken.
Super Hypo (SH) (polygenetisch)
keine schwarzen Punkte auf dem Rücken.
Super Hypo Baldy (SHB) (polygenetisch)
Keine schwarzen Punkte auf dem Rücken und auf dem Kopf.
 
 
Hyper Xanthic (polygenetisch)
Tiere mit starker gelber Färbung und verminderter Zeichung. Eine Weiterentwicklung der High Yellows. 
Tangerine
Tiere mit oranger Färbung.
extreme Tangerines:
Tangerine Tornado (polygenetisch)
von Craig Stewart entwickelte Tangerine-Linie. Die Tiere sind extrem orange bis rot und besitzen meist auch einen Carrottail.
Electrics (polygenetisch)
Von Kelli Hammack entwickelte Tangerine-Linie. Die Tiere sind extrem orange bis rot und besitzen meist auch einen Carrottail.
Tangerines von Dan ''the Fireman'' (polygenetisch)
Blood Hypos (Kombinationsmorph)

Von JMG heraugezüchtete ins rot gehende Tangerine-Linie.

ab 2008 auf dem Markt...

 
Emerald/ Emerine (polygenetisch)
Tiere mit grünen Bereichen. Kommt bei Tangerine-Tieren vor.
 
Nieves
 
 
Pastel
gedeckte Färbung
 
Lavender
violette Färbung die sich bis ins Erwachsenenalter hält.
 
 
Ghost (dominant)
ein Hypo-Gen, das zu stark verminderter Zeichnung bis zu Zeichnungslosem Rücken führt. Die noch vorhandenen Punkte sind in der Regel klein und diskret.
 
 
Amelanistic = ''Albino''

Tiere die keine schwarzen Pigmente ausprägen können. Die Zeichnung besteht stattdessen aus hellem grau (teilweise fast weiss) bis zu sehr dunklem braun. Dies wird durch die Inkubationstemperatur sowie die Haltungstemperatur im ersten Jahr beeinflusst.

Die Augen der Tiere sind gräulich und können je nach Albino-Linie leicht rötlich schimmern. Reine Albinos haben aber keine roten Augen!

Es gibt drei, voneinander unabhängige ''Albino''-Linien, die nicht zusammen zur Ausprägung gebracht werden können. Bei allen drei Linien handelt es sich um T positive Albinos.

Tremper Albino (rezessiv)
(= Texas strain) bei Ron Tremper erstmals aufgetreten und seit 1999 auf dem Markt. Tremper Albinos sind in der CH die mit Abstand am meisten angebotenen Amelanisten.
Bell Albino (rezessiv)
(= Florida strain) bei Marc Bell 1999 erstmals aufgetreten und seit 2000 auf dem Markt. Die Bell Albinos haben von allen drei Linien die hellsten Augen mit rötlichem Schimmer. Die Färbung ist insgesamt am konstrastreichsten.
Rainwater / Las Vegas Albino (rezessiv)

Heute meist als Las Vegas Albinos bezeichnet. 1996 wurde durch Tim Rainwater ein soches amelanistisches Tier importiert. Die Las Vegas Albinos weisen meist eine rosa bis dunkelrote Zeichung auf. Nur sehr selten geht sie ins braune. Sie haben die dunkelsten Augen aller drei Albino Linien.

Hybino (Kombinationsmorph)

In Europa wird der Begriff ''Hybino'' vor allem für Tiere verwendet, die das ''Prädikat'' Sunglow nicht wirklich verdienen. Also z.B. Hypo Albinos mit nur schwacher Tangerine-Färbung.

Sunglow (Kombinationsmorph)
Craig Stewart gab seinen superhypo Tangerine Tremper Albinos den Namen ''Sunglow''. In Europa wird der Begriff Sunglow allgemein für SHB Albinos mit starkem Tangerine gebraucht.
JMG Sun Glow (Kombinationsmorph)
Highglo (Kombinationsmorph)
Tangelo (Kombinationsmorph)
 
 
Murphy Patternless (rezessiv)
 
Tremper Patternless (rezessiv)
 
Blizzard (rezessiv)
 
Midnight Blizzard (polygenetisch)
Durch Garrick (''Crested Gecko'') herausgezüchtete sehr dunkle Blizzards.
Blazing Blizzard (Kombinationsmorph)
Albino-Blizzard. Diese Kombination gibt es von allen drei Albino Linien. Die Tiere sind sehr hellgelb, fast weiss.
Banana Blizzard (Kombinationsmorph)
Patternless (Murphy)-Blizzard. ''Banana'' weil die Tiere im Vergleich zu den anderen Blizzards ein starkes gelb aufweisen.
 
 
APTOR (Kombinationsmorph)
Kombination aus folgenden Charakteristika: Tremper Albino, Tremper Patternless, orange, striped
RAPTOR (Kombinationsmorph)
 Kombination aus folgenden Charakteristika: Tremper Albino, Tremper Patternless, orange, teilweise(=snake eyes) oder vollständig unpigmentiere Augen, d.h. die Augen erscheinen aufgrund des Albinogens rot (ruby Eyes), striped
Eclipse (Kombinationsmorph)
Kombination aus folgenden Charakteristika: Tremper Patternless, orange, teilweise(=snake eye) oder vollständig unpigmentierte Augen, d.h. die Augen erscheinen schwarz (Eclipse), striped
RERS
RES
 
 
Diablo Blanco (Kombinationsmorph)
RAPTOR Blizzard. Es handelt sich dabei um weisse Tiere mit roten Augen.
Ember (Kombinationsmorph)

RAPTOR Murphy Patternless. Durch Garrick 2007 erstmals gezüchtet. Die Tiere sind als Schlüpflinge gelblich mit roten Augen und weisen diskret die für die Murphy Patternless Schlüpflinge typische Zeichung auf, die mit der Zeit verschwindet. Bei dem von Garrick präsentierten Jungtier fällt ein schneeweisser Schwanz auf. Die Zeit wird noch zeigen müssen durch was diese Tiere genau charakterisiert werden...

ab 2008 auf dem Markt...

 
 
Radar Bell Albinos (Kombinationsmorph)

''RAPTOR's'' bei denen das Tremper Gen durch das Bell Gen ausgetauscht wurde. Diese Tiere sind aber nicht het. Tremper! Das Tremper Gen wurde vollständig herausgezüchtet! Es handelt sich um sehr intensiv orange gefärbte Tiere. Im Gegensatz zu den RAPTORs bei denen die Kopfzeichnung meist aus wenigen ''grossen Flecken'' besteht, zeigen die Radar Bells kleine Punkte. Durch JMG erstmals gezüchtet.

ab 2008 auf dem Markt...

 
 
 
 
Red Stripes
 
Bold Stripes
 
Raining red Stripe
 
 
 
Snows
Tiere die eine annähernd weisse Farbe anstatt des gelb aufweisen. V.a. bei den Schlüpflingen ist das weiss meist sehr rein, verliert sich aber mit der Zeit je nach Farbform mehr oder weniger stark bei allen Snow-Linien, ausser bei der homozygoten Form der Mack Linie, dem Mack Super Snow. Diese Tiere bleiben rein schwarz-weiss mit charakteristischer Zeichung.
Mack Snow (codominant)
heterozygoten Mack Snow Form. Häufig nur als Schlüpfling zu 100% bestimmbar.  
Mack Super Snow (codominant)
homozygote Mack Snow Form. Diese Tiere sind auch als Adulti rein schwarz-weiss und weisen eine charakteristische Zeichnung auf. Die Punkte, die alle in etwa gleich gross sind, sind in mehreren Längsreihen angeordnet.
Gem Snow (dominant)
Die dominante Vererbung ist noch nicht gesichert. Es handelt sich um Tiere die eine weissliche Grundfarbe aufweisen. 
TUG Snow (dominant)
Durch Craig Stewart gezüchtete Linie von der er die Ursprungstiere als Wildfänge importiert hat. Wahrscheinlich handelt es sich um einen dominanten Erbgang, dessen Erscheinungsbild zusätzlich durch Linienzucht verbessert wurde.
Linebred snow (polygenetisch)
Durch Linienzucht entstandene Snow-Form. Die Tiere dieser Linie haben das ''beste'' weiss aller Snow Linien (ausser der MSS-Form).  

Eine ''Super'' Form kann ausser bei homozygoten Mack Snows auch bei einer Kombination von Mack Snow mit jeder anderen Snow-Linie entstehen! Daraus muss geschlossen werden, dass alle Snow-Formen nicht strikt voneinander getrennt werden können. Es ist möglich dass sie alle auf demselben Locus positioniert sind und untereinander verschiedene dominanzen aufweisen, wobei das Mack Snow Gen über alle anderen Snow Gene dominant ist und nur durch das Vorhandensein das ''wildfarben-gens'' nicht zur vollen Ausprägung kommt. Wird aber das ''wildfarben'' Gen durch ein beliebiges Snow Gen einerseits und ein Mack Snow Gen andereseits ersetzt, kann das Mack Snow Gen in der Form des Mack Super Snow zur vollen Ausprägung kommen.

Wie nahe diese Theorie der Realität kommt werden weitere Zuchtergebniss hoffentlich schon in naher Zukunft zeigen!

 
 
Cremesicle (Kombinationsmorph)
 
Snow Ghost (Kombinationsmorph)
 
Snowglow (Kombinationsmorph)
 
Phantom (Kombinationsmorph)
 
 
 
Enigma (dominant)
 
 
 
 
 

 

Verschiedene Zeichnungsvarianten

banded (polygenetisch)  
aberrant (polygenetisch)  
jungle (polygenetisch)  
striped (polygenetisch)  
four eyed (polygenetisch)  
bandit (polygenetisch)  

 

Grössenvariationen

Giant (codominant)  
   
   
   
   
   

 

 


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